Tätowiert und trotzdem einen Job?

Posted: 3. Dezember 2017

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Tattoos in der Pflege oder allgemein im Job, geht das überhaupt?

Ich habe einen Freund der arbeitet bei einer Bank, sichtbare Tattoos? Vom Arbeitgeber verboten. Eine Bekannte arbeitet beim Zahnarzt, sichtbare Tattoos? Verboten. Ein Kumpel arbeitet bei einem Bestattungsunternehmen, sichtbare Tattoos? Erlaubt außer auf den Händen und keine Motive die in diesem Job unpassend wären.

Auch ich werde oft gefragt:” Gibt es da keine Schwierigkeiten mit deinem Chef?” Nein gibt es nicht. Meine PDL ist da sehr offen, hat absolut nichts dagegen und solang es hygienisch nicht gefährlich wird.. ( frische Tattoos/Piercings, entzündete Stellen usw..)

 

 

 

In meinem Job als Kinderkrankenschwester habe ich bis jetzt nur positive Rückmeldungen bekommen. Wirklich!! Auch wenn wir nicht nur Kinder sondern auch Erwachsene betreuen. Viele fragen neugierig, manche Kinder lenkt es sogar von notwendigen Untersuchungen ab, einige sagen gar nichts. Gerade in der heutigen Zeit und mit dem heutigen, immer mehr zunehmenden Fachkräftemangel ist es nicht mehr der Fokus ob jemand tätowiert ist oder nicht, es zählen da weitaus andere Werte. Und machen Tattoos einen Menschen zu einem schlechteren Mitarbeiter? Egal in welcher Branche.

Natürlich kommt es meiner Meinung nach auf die Motive an, ich würde mir jetzt keine Krankenschwester aus einem Horrorfilm tätowieren lassen oder irgendwas politisches … aber solang es nichts anzügliches ist… why not.

Auf Instagram habe ich vor einigen Monaten ein tolles Profil entdeckt und ich mag es und ich mag die Person die dahinter steckt. Ich habe sie gefragt, ob sie hier ihre persönliche Erfahrung  zu diesem Thema erzählen möchte. Und sie hat ja gesagt. Darüber freue ich mich sehr.

 

fraeulein_juiii 

 In einer fraglich toleranten Gesellschaft wie dieser, stellt sich oft die Frage: „Wie werden tätowiererte Mitarbeiter wahrgenommen? Können sie tatsächlich als guter Repräsentant, beispielsweise einer Klinik, dienen oder ist dies immer noch ein schwieriges Thema, dass scheinbar endlose Diskussionen entfacht?“. Oft ereilen mich fragen, ob ich je in meinem Beruf als Krankenschwester, Probleme bezüglich meiner Tätowierungen hatte. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, kann ich sagen, dass es rückblickend mehr positive, statt negative Resonanz, auf mein Äußeres gab. Ob es ein wenig an der Großstadt mit ihren vielen individuellen Menschen, der Tatsache, dass Tätowierungen immer mehr präsent werden oder einfach daran lag, dass ich gern die Strategie „so wie es in den Wald herein ruft, so schallt es auch heraus“ fahre, kann ich nicht genau benennen. Eines weiß ich jedoch genau, mit einem Lächeln und einer wohlwollenden Intention, lassen sich selbst größte Kritiker davon überzeugen, dass ein optischer Aspekt keinerlei Einfluss auf Empathie, Wissensstand oder sozialer Kompetenz hat. Wenn jedoch trotz allem die Frage eines Patienten kommt, warum man sich habe so stärkt tätowieren lassen, ist spätestens nach der Antwort: „ich wollte einfach ein wenig Farbe in den tristen Alltag bringen“ das Eis definitiv gebrochen.

 

 

Wie ist Eure Meinung zu diesem Thema? Wie sind Eure Erfahrungen?

Auf pflegen-online gibt es auch einen interessanten Beitrag zu diesem Thema. Eine Stimme von diesem Artikel ist der liebe Dennis der aktuell auch eine Pflegetour durch Deutschland absolviert, mehr dazu in Kürze.

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