Hilfe, mein Kind muss ins Krankenhaus

Posted: 20. Juli 2017

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Als Kinderkrankenschwester betreut man ja nicht nur die Kinder sondern auch die Eltern und Angehörigen. Wenn ein Kind ins Krankenhaus muss, ist dies oft eine Ausnahmesituation.

Ich stoße fast täglich auf Eltern und Kinder, die mit dieser Situation völlig überfordert sind und das verstehe ich auch.

 

 

 

Es gibt solche und solche Eltern:

  • Die einen informieren sich im Vorfeld, klären das Kind altersentsprechend auf und beide lassen sich auf die neue Situation ein
  • Andere halten alles vom Kind fern, wollen nicht das das Kind Angst bekommt und halten viele wichtige Informationen vom Kind fern
  • Und wieder andere gehen komplett ohne Klinikerfahrung und ohne Vorstellungen ins Krankenhaus und nehmen die Dinge, wie sie kommen

Natürlich gibt es Unterschiede bei einem Krankenhausaufenthalt:

  • Wenn ein Kind als Notfall eingeliefert wird, sind alle aufgelöst und besorgt und die Situation kam aus dem Nichts
  • Eine geplante Operation, die teilweise schon seit Wochen feststeht
  • Ein Klinikaufenthalt ohne Operation oder anderen Eingriffen

Ich habe schon alle Fälle erlebt und es gibt hier kein richtig oder falsch. Trotzdem finde ich eine Variante für die Kinder wahnsinnig schlimm. Die “Ich halte alles von meinem Kind fern” Methode. Ich hatte mal einen Fall da erzählten die Eltern dem kleinen Patienten sie würden in den Urlaub fahren, das Kind war zwischen 2-3 Jahre alt und freute sich auf Ferien… die Ferien dauerten 2 Wochen…auf unserer Station…incl. einer großen und wirklich schmerzhaften Operation mit allem was dazu gehört. Liebe Eltern, sowas geht gar nicht!! Das Kind wurde durch diese Situation völlig traumatisiert.

Darum finde ich:

  • klärt Eure Kinder frühzeitig auf, über Arztbesuche und Krankenhaus
  • es gibt viele Bücher und Filmchen, damit kann man die Kinder altersentsprechend auf Klinikaufenthalte und Arztbesuche vorbereiten
  • erzählt den Kindern niemals…”Es tut nicht weh..”, “Es ist nicht schlimm…”, “Stell dich nicht so an..”, “Du darfst nicht weinen, du bist doch schon groß”. Untersuchungen sind oft unangenehm, Blutabnehmen z.B. muss oft sein und es tut weh und das muss auch ein Kind wissen.

 

  • wenn die Möglichkeit besteht, besucht  die Station auf der Euer Kind aufgenommen werden soll. Meist muss man sowieso zu einem Vorgespräch in die Klinikambulanz und kann es gleich verbinden
  • es ist gut, wenn Kinder über Klinik und Arztbesuche grundsätzlich bescheid wissen, im Notfall ist dies dann nicht komplett neu
  • wenn ihr aus den unterschiedlichsten Gründen Euer Kind allein im Krankenhaus lassen müsst, kommuniziert klar wann ihr kommt und/oder anrufen werdet, wenn mal was dazwischen kommt, meldet Euch rechtzeitig und gebt bescheid. Kinder klammern sich an solche Aussagen und verlassen sich darauf
  • das Klinikpersonal sollte Euch über jeden Schritt und über jede geplante Untersuchung aufklären. Wenn Ihr was nicht versteht, fragt nach, auch die Kinder müssen über jede pflegerische und ärztliche Handlungen unbedingt aufgeklärt werden.
  • Oft sind die Eltern mit diesen Situationen völlig überfordert oder haben selbst negativ Erfahrungen in Krankenhäusern gemacht. Wenn ihr an bestimmten Untersuchungen als Begleitperson nicht mitgehen könnt/wollt dann ist das völlig legitim. Oft sind die Eltern so aufgelöst das sich dies auf die Kinder projiziert und die Kinder nur verunsichert. Erklärt Euren Kindern das ihr draußen auf sie wartet. Das ist wirklich nicht schlimm
  • Wenn das Kind Schwerzen hat, gebt rechtzeitig dem Klinikpersonal bescheid, kein Patient muss starke Schmerzen aushalten
  • Und ganz wichtig!! Nehmt Euch Auszeiten!! So ein Klinikaufenthalt ist auch für Eltern extrem anstrengend, Nutzt die Zeiten der Therapien oder wenn Euer Kind schläft um selbst ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Wenn die Eltern innerlich ruhig sind dann werden die Kinder auch ruhiger.

Es gibt auch Dinge welche die Kinder einfach gern haben, die schon zu Hause eine große Stütze für die Kinder sind. Solche Dinge gehören in die Kliniktasche. Lasst Eure Kinder selbst mitentscheiden welche Dinge ihm wichtig sind.

Kuscheltiere, das Lieblingskleidungsstück, die LieblingsCD, das Lieblingsbuch, Fotos und..und..und…

Und bitte…die Untersuchungen und Therapien sind wichtig für das Kind, erklärt ihm altersgerecht warum es wichtig ist, diese Untersuchungen durchzuführen, Es gibt Eltern die der Meinung sind. ” Was er/sie nicht will, muss er/sie auch nicht tun” Das ist absolut nicht förderlich und verunsichert das Kind.

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