Die andere Seite der Nadel…plötzlich Patient….Teil 1

Posted: 26. Juli 2017

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Das Leben beginnt manchmal ziemlich rasant eine nicht vorprogrammierte Strasse zu fahren, biegt einfach ab ohne zu blinken, ohne das ich die Route dafür ändern konnte.

Da ich schon gerne plane, zumindest ansatzweise wissen möchte was wann wie eintritt, wirft mich so eine plötzliche Wegänderung aus der Bahn.

Genau so auch an diesem Dienstag. Der dritte Termin beim Arzt wegen Schmerzen. Rechts im Bauch. In Fachkreisen sagt man: “Unterbauchschmerzen”

Wartezimmer 2 Stunden, Behandlungsraum 4 Minuten. “Am  besten gebe ich Ihnen eine Einweisung in die Klinik,das muss man operieren, hier kann ich nichts mehr für sie tun.”

Auf Wiedersehen gesagt, Hand geschüttelt, an der Rezeption ein “Alles Gute” gehört. Da stand ich nun, an meinem Auto, Chaos im Kopf (das kann ich)

Nachdem ich mich gesammelt hatte und alles soweit organisiert war, fand ich mich nun auf einem Stuhl einer Station im Krankenhaus wieder,wartend…(nicht meine Stärke) ..stationär aufgenommen zu werden. Als Krankenschwester sieht man das Getummel natürlich nochmal aus einer anderen Sicht. Selbst wenn der Patientenruf erklingt, beobachte ich, wer sich von den Schwestern auf den Weg macht, wie schnell sie laufen, wie lang sie im Zimmer bleiben und mit welcher Mimik sie dann wieder zurück ins Stationszimmer huschen.

Minuten kommen wie Stunden vor, ich analysiere die Menschen die vor mir ihrem normalen Arbeitsalltag leben und ich reflektiere mich selbst, wenn ich arbeite.

Ich sitze hier immer noch, inzwischen sind 2 Stunden vergangen und ich habe noch keine Rückmeldung bekommen wann es denn weitergeht und vor allem..wie es weitergeht. Inzwischen ist Übergabe, der Frühdienst gibt seine Informationen an den Spätdienst weiter. Ich sitze auch diese Zeit brav auf meinem Stuhl. Nach der Übergabe interessiert sich auch niemand für mich…ich frage nach obwohl ich die Antwort eigentlich kenne. Ich wollte einfach mal kurz wahrgenommen werden, das Gefühl haben…hier weiss jeder das ich auf den Arzt warte oder weiss der Arzt wirklich das ich hier sitze?

Die Ärztin kommt…sichtbar gestresst und ich bekomme direkt ein schlechtes Gewissen..das ich jetzt hier am Nachmittag ihre Zeit beanspruche. Sie untersucht, macht Ultraschall, weiss nicht genau ob sie was sieht..muss Rücksprache halten. Ich warte…30 Minuten..und sie kommt wieder, mit dem Chefarzt der wieder untersucht und mir dann mitteilt…das operieren wir, morgen, meine Kollegin macht die Aufklärung..#bäm

“Oh ich sehe sie sind Krankenschwester, da bin ich aber froh, da kennen sie sich ja aus, ich bin heute so kaputt…sie sind vom Fach und ich muss nicht viel erklären..morgen Mittag gehts los..nüchtern bleiben, Anästhesie kommt noch, wird nix großes, das schaffen sie” Wieder #bäm

Ich hatte noch nicht ganz mein Autogramm auf ihre Zettel gekritzelt, hörte ich sie schon rufen:”Frau H. braucht ein Bett, morgen OP” Joah..weiss dann jetzt auch jeder.

Meine Wohlfühloase der nächsten Tage teilte ich mit einer 78 jährigen Dame. Sie war wirklich lieb und kognitiv auch noch fit. Sie hatte viele Lymphknoten die ihr entfernt wurden und kurz vor meinem Einzug in dieses Zimmer bekam sie das Ergebnis. Alle 103 Lymphknoten waren gutartig. Als sie alle 298 Telefonate abgeschlossen und alle 78 Besucher darüber aufgeklärt hatte, träumte ich von Lymphknoten.

Dann kam das Abendessen… für mich leider heute keins, hatte die Küche wohl vergessen oder es lag an der langen Wartezeit.” Ich kann ihnen noch was zusammensuchen” kam aus dem Mund der Schwester..”Och nö….” kam aus meinem. Reste von anderen Patienten oder woher auch immer, in einem Krankenhaus..sind nicht so meins.

Dafür bekam ich noch 2 große Klistiere mit ein bisschen Vaseline auf mein Nachtkästchen. “Wenn sie so weit sind, sagen sie mir bescheid, dann machen wir das…” …Never ever lasse ich mir von jemandem anders sowas in den Po stecken..ich kann das selbst..hab ja 2 gesunde Arme und Hände. Das sagte ich auch der Schwester, in nett…

 

 

 

Ok ich muss zugeben, ich habe nicht wirklich beide in meinen Darm laufen lassen, 2 so Riesen Dinger für so einen kleinen Eingriff fand ich zu hart für meinen zarten Körper. Es reiche schon ein halbes…für dickes Bauchweh und eine nächtliche Klo-Marathon Wanderung.

Eine Schlaftablette war mein nächstes Ziel und als ich auch die hatte, schlief ich trotzdem schlecht…mit Angst im Nacken das Bauchweh nicht zu merken und den Weg zur Toilette damit zu verpassen.

Teil 2 folgt….

 

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